Ein Backup ist erst dann gut, wenn sich daraus zuverlässig wiederherstellen lässt.
Datensicherung ist kein Haken auf einer Liste, sondern Teil eines vollständigen Wiederherstellungskonzepts. Entscheidend ist nicht, ob eine Sicherung existiert, sondern ob sich Daten und Systeme im Ernstfall innerhalb einer akzeptablen Zeit zurückholen lassen.

Recovery-Ziele in verständlicher Sprache
Bevor wir über Technik sprechen, klären wir mit Ihnen einige einfache Fragen. Aus den Antworten leiten wir ab, welches Backup-Konzept sinnvoll ist, statt pauschale Wiederherstellungszeiten zu versprechen.
- Welche Systeme zuerst? Welche Systeme müssen im Notfall als Erstes wieder laufen?
- Was ist geschäftskritisch? Welche Systeme sind für den Betrieb unverzichtbar?
- Wie lange verkraftbar? Wie lange wäre ein Ausfall dieser Systeme überhaupt tragbar?
- Wie aktuell? Wie aktuell müssen wiederhergestellte Daten mindestens sein?
In der Fachsprache stehen dafür zwei Begriffe: Recovery Point Objective (RPO), wie aktuell die wiederhergestellten Daten sein müssen, und Recovery Time Objective (RTO), wie schnell ein System nach einem Ausfall wieder verfügbar sein muss. Beide Werte müssen nicht formal festgelegt werden, sie dienen als Entscheidungsfragen für die passende Backup-Architektur.
Vom Backup zum vollständigen Konzept
Backup, zusätzliche Kopie, Offsite-Sicherung, Schutz vor Veränderung, Verifikation und Restore-Test bauen aufeinander auf und ergeben zusammen ein vollständiges Wiederherstellungskonzept.
Backup
Regelmäßige Datensicherung der virtuellen Maschinen, zum Beispiel mit dem Proxmox Backup Server oder Veeam.
Zusätzliche Kopie
Eine zweite Kopie der Sicherung reduziert das Risiko, falls das primäre Backup-System selbst betroffen ist.
Offsite-Sicherung
Eine Kopie an einem zweiten, räumlich getrennten Ort schützt zusätzlich vor Ereignissen, die den Hauptstandort betreffen.
Schutz vor Veränderung
Je nach Backup-Architektur lassen sich Sicherungen vor Veränderung oder Löschung schützen, ergänzt um Verschlüsselung. Das ist nicht bei jeder Installation automatisch der Fall, wie es technisch umgesetzt wird, hängt von der eingesetzten Lösung ab.
Verifikation
Die Integrität der Sicherung wird technisch geprüft, nicht nur ihr Vorhandensein.
Restore-Test
Eine regelmäßige, echte Wiederherstellung zeigt, ob sich Daten im Ernstfall tatsächlich zurückholen lassen.
Vereinfachte Darstellung möglicher Sicherungsziele: Backup mit PBS oder Veeam, zweiter PBS-Standort, Cloud (PBS oder Objektspeicher) und eine direkte SMB-Freigabe für die Notfallwiederherstellung.
Mehrere Sicherungsziele
Neben einem lokalen Proxmox Backup Server lässt sich ein zweiter PBS-Server an einem weiteren Standort betreiben, an den die Sicherungen repliziert werden, oder ein PBS bzw. Objektspeicher in der Cloud. Für den Notfall unterstützt Proxmox zusätzlich eine direkte Sicherung und Wiederherstellung vom Host auf eine SMB-Freigabe, ohne Umweg über den Backup-Server. Das ist eine einfache Zusatzabsicherung, ersetzt aber kein vollständiges Backup-Konzept mit Verifikation und Restore-Test.
Wir stellen die beiden nicht gegeneinander, sondern schauen, welche Lösung oder Kombination zu Ihrer vorhandenen Umgebung und Ihren Anforderungen passt.
Das Backup-System sollte sich in einem eigenen, vom Produktivnetz getrennten Netzwerk befinden, damit es bei einem Sicherheitsvorfall im Produktivbetrieb nicht ebenfalls betroffen ist. Auch ein zweiter PBS-Standort ist kein Selbstläufer: Auch er muss abgesichert werden, etwa durch eigene Zugriffskontrollen, Absicherung des Netzwerks und, wo sinnvoll, Schutz vor Veränderung, statt sich allein auf die Replikation zu verlassen.
Wiederherstellung: von einzelner VM bis Disaster Recovery
- Einzelne Dateien oder VMs gezielte Wiederherstellung einzelner virtueller Maschinen oder einzelner Dateien daraus
- Vollständige Systeme Wiederherstellung ganzer Server bei größeren Störungen
- Disaster Recovery Wiederanlauf der Infrastruktur an einem Ausweichstandort oder auf Ersatzhardware bei einem schwerwiegenden Ausfall
Ehrlich eingeordnet
Gut zu wissen
Kann Veeam mit Proxmox genutzt werden?
Ja. Neben dem Proxmox Backup Server unterstützt auch Veeam die Sicherung von Proxmox-Umgebungen. Welche Lösung oder Kombination zu Ihrer Umgebung passt, besprechen wir im Einzelfall.
Wie wird eine Proxmox-Umgebung gesichert?
Typischerweise mit dem Proxmox Backup Server, auf Wunsch zusätzlich mit Veeam, ergänzt um eine Kopie an einem zweiten Ort. Wichtig ist dabei, dass sich aus der Sicherung nachweislich wiederherstellen lässt.
Wie häufig sollten Restore-Tests durchgeführt werden?
Regelmäßig, zum Beispiel in festen Intervallen oder nach größeren Änderungen an der Umgebung. Ein Restore-Test zeigt, ob eine Sicherung im Ernstfall tatsächlich nutzbar ist, nicht nur, ob sie existiert.
Backup-Konzept prüfen lassen?
Im Erstgespräch besprechen wir Ihre Situation und geben Ihnen eine erste Einschätzung. Eine genauere Bestandsaufnahme vereinbaren wir bei Bedarf gesondert.
